Jacques Chessex war der Sohn des Schulleiters und Altphilologen Pierre Chessex. Die Beziehung zu seinen autoritären Eltern war konfliktreich, der Suizid seines Vaters 1956 war für ihn traumatisch. Er erfuhr aber auch die Anregungen aus seinem Elternhaus, die sein Interesse an Literatur weckten.
Nach dem Besuch einer Dominikanerschule in Fribourg (Abitur) studierte er Literatur- und Kunstgeschichte in Lausanne und in Fribourg und schloss mit einer licence ès lettres (Lizenziat) ab. Seine Abschlussarbeit verfasste er über den Dichter Francis Ponge.
Zunächst war Ch. als Lehrer in der unteren Mittelstufe tätig. 1969 wurde er Gymnasialprofessor für französische Literatur in Lausanne, zuerst am Collège de Bethusy, später am kantonalen Gymnasium. Nicht nur als Pädagoge, sondern auch als Autor trat er in die Fußstapfen des Vaters. Dieser hatte lokalhistorische Studien betrieben und außerdem einen Roman verfasst. Der frühe Tod des Vaters erklärt mindestens zum Teil die immer wieder beschworene Präsenz des Todes in Ch.s literarischem Werk.
Eine erste Gedichtsammlung, "Poèmes", legte Ch. bereits als 18-Jähriger vor. Es folgten noch ...
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